Direkt zum Inhalt
Neue Hoffnung in Japan
ANZEIGE

Neue Hoffnung in Japan Wird das Land als letzter G7-Staat nun endlich die Homo-Ehe einführen?

ms - 09.10.2024 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Japan kämpft als letztes Land der G7-Staaten nach wie vor um die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe, nun flammt erneut ein wenig Hoffnung auf, dass endlich etwas mehr Bewegung in die verzwickte Sachlage kommt: Alle Blicke ruhen derzeit auf dem neuen Premierminister Shigeru Ishiba, der seit dem ersten Oktober im Amt ist. 

Gleichberechtigung für alle Japaner

In einer Fragestunde im Abgeordnetenhaus äußerte sich Ishiba jetzt vorsichtig optimistisch, dass die Einführung der Homo-Ehe kommen könnte. Dies sei eine Frage, die mit den „Familienwerten eines jeden Menschen“ in Zusammenhang stehe. Um die Rechte aller Japaner gleichwertig anzuerkennen, müsse man auch die Lage von gleichgeschlechtlichen Paaren betrachten. Bereits vor seinem Amtsantritt hatte er erklärt, dass homosexuelle Menschen, die unter dem Verbot der Ehe leiden würden, besser geschützt werden müssen. 

Ehe-Verbot ist verfassungswidrig

Nach wie vor tut sich die Regierung in Teilen zumindest schwer mit der Öffnung der Ehe, zu groß sind die Bedenken mit Blick auf die öffentliche Meinung – gerade im ländlichen Raum wird Homosexualität oftmals noch abgelehnt. Inzwischen haben allerdings mehrere japanische Gerichte das Verbot der Ehe für Schwule und Lesben als verfassungswidrig eingestuft, zudem haben einzelne Gemeinden und Städte bereits die Möglichkeit geschaffen, dass Homosexuelle in einem eingeschränkten Rahmen eine rechtliche Partnerschaft eingehen können. 

Wandel in der Gesellschaft

Auch innerhalb der Gesellschaft zeichnet sich inzwischen ein Wandel ab, laut einer Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo erklärten zuletzt 64 Prozent der Einwohner, dass sie die Einführung der Homo-Ehe befürworten. In diesem Sommer sorgte zudem die erste schwule Dating-Serie aus Japan für Aufsehen – erstmals wurden homosexuelle Männer jenseits von Klischees realistisch und frei von Vorurteilen im japanischen Fernsehen gezeigt. Mehr denn je bedarf es also dringend endlich einer landesweiten einheitlichen Lösung.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.